Was ist so toll an diesem Capsule-Wardrobe-Trend?

 

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Die Mode-Ecke des Internets hat ein neues Spielzeug: Das Konzept einer Capsule Wardrobe. Was ist das überhaupt, warum ist das so toll, warum ist es vielleicht gar nicht so toll, und solltest du das ausprobieren? Schauen wir mal.

Was zur Hölle ist eine Capsule Wardrobe?

Eine „Capsule Wardrobe“ beschreibt eine Zusammenstellung ein paar wesentlicher Kleidungsstücke, die zeitlos sind und immer getragen werden können. Susie Faux, eine britische Boutique-Besitzerin, hat den Begriff in den 1970ern geprägt. Später hat Donna Karan das Konzept mit ihren Seven Easy Pieces von 1984 bekannt gemacht.

Und heute? In den letzten Monaten und Jahren wurde der Capsule-Wardrobe-Trend vor allem bei Pinterest, Instagram & Co ziemlich gepusht. Minimalismus ist der letzte Schrei. Jeder reduziert Konsum und Chaos, entrümpelt seinen Schreibtisch, seine Wohnung, sein Leben – und seinen Kleiderschrank. Das Konzept, nur einige wenige Kleidungsstücke zu besitzen, hat für viele Menschen einen Reiz.

Warum das Konzept einer Capsule Wardrobe scheiße ist

Warum sollte sich jemand freiwillig einschränken wollen? Und dann noch in der Mode? Also jemand, der Mode als Hobby sieht, konnte ich anfangs mit dem Konzept überhaupt gar nichts anfangen. Mode ist ein Weg, sich auszudrücken, eine Möglichkeit, zu sein, wer oder was man sein möchte – und man kann sich jeden Tag neu erfinden. Warum sollte ich mir selber nur ein paar Kleidungsstücke erlauben? Warum sollte ich mir den Spaß an Farben, Stoffen, Mustern und Kombinationen nehmen?
Für manche Menschen könnte die Capsule Wardrobe die Freude an Mode ziemlich einschränken. Ein weiteres Problem: Wenn die einzelnen Kleidungsstücke einer Capsule Wardrobe günstig oder nicht gerade qualitativ sind, kann das nach relativ kurzer Zeit relativ ranzig aussehen. Immerhin trägt und wäscht man die Sachen viel öfter. Aber vielleicht suche ich auch nur nach Ausreden.

Was an einer Capsule Wardrobe ziemlich cool ist

Das ganze Konzept kann nämlich auch ein paar Vorteile haben. Vor allem Leute mit wenig Zeit und vielen Ambitionen wollen nicht viel Zeit oder Energie darauf verschwenden, ihre Outfits zu planen. Eine Capsule Wardrobe bedeutet (wenn man es richtig macht), dass man alle Kleidungsstücke miteinander kombinieren kann und das hilft vielen Menschen, morgens schneller angezogen und bereit für den Tag zu sein. Und das bedeutet, sie haben mehr Zeit und Energie für die geplante Weltherrschaft. Steve Jobs war immerhin der Master der Capsule Wardrobe, indem er jeden Tag das gleiche Outfit getragen hat. Und wie oft habt ihr Mark Zuckerberg in etwas anderem als einem grauen Shirt gesehen?

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Ist die Capsule Wardrobe was für mich?

Stell dir ein paar Fragen: Hast du manchmal das Gefühl, dass du nicht anzuziehen hast, obwohl dein Schrank voller Klamotten ist? Ziehst du morgens immer die gleichen Kleidungsstücke aus dem Schrank? Besitzt du ein ähnliches Teil in mehreren Ausführungen?
Wenn deine Antworten auf solche Fragen „ja“ lautet, dann könnte es an der Zeit sein, etwas an deiner Garderobe zu ändern.

Allerdings meine ich damit nicht, dass du jetzt all deine Klamotten wegschmeißen und nur 3 Teile oder so behalten solltest.

Ein guter Start wäre eine ordentliche Ausmist-Aktion. Trägst du wirklich alles, was du besitzt? Wenn du ein Mode-Chamäleon bist und alle deine Teile regelmäßig trägst, hammer. Wenn du allerdings so bist wie ich, und dir nur wünschst, ein Mode-Chamäleon zu sein, in Wirklichkeit aber meistens das Gleiche trägst… Sortiere deinen Kleiderschrank aus. Alles, was du im letzten Jahr nicht getragen hast, fliegt raus. Verkauf die Sachen, spende sie, oder pack sie in den Keller, falls du noch nicht bereit für den endgültigen Abschied bist.

Zweitens, wenn du das mit der Capsule Wardrobe ernst meinst, nimm deine aktuelle Garderobe als Basis. Nicht auf einmal alles neu kaufen, sondern das nehmen, was da ist, und dann mit der Zeit darauf aufbauen.

Außerdem kannst du ändern, wie du Klamotten kaufst. Wenn du einige wenige Teile öfter trägst, lohnt es sich, in Qualität zu investieren. Versuche, nachhaltige Kleidungsstücke zu kaufen, achte auf gute Materialien und ordentliche Qualität – soweit dein Geldbeutel es zulässt.

Der Umbruch in meinem eigenen Kleiderschrank

So, genug große Töne gespuckt, was ist mit mir? Ich habe letzte Woche meinen Schrank aufgemacht und jedes (!) einzelne (!) Teil (!), das ich nicht wirklich liebe, aussortiert. Jetzt sieht man mein Sofa nicht mehr, weil ein riesiger Stapel Klamotten darauf liegt. Super. Der Plan ist, den ganzen Stapel durchzuarbeiten, einige Sachen zu verkaufen oder zu verschenken oder zu spenden, und die „Vielleicht“-Klamotten in einer Kiste auf meinem Schrank zu lagern um zu testen, ob ich sie vermisse. Mal schauen, wie die ganze Sache weitergeht.

Ich kann also nur empfehlen, ein bisschen Zeit und Hirnschmalz in euren Kleiderschrank zu investieren. Auch wenn am Ende keine perfecte Capsule Wardrobe herauskommt, ist es doch ein verdammt gutes Gefühl, wenn man seinen Kleiderschrank auf das reduziert, was man wirklich trägt.

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Kennt ihr das Capsule-Wardrobe-Konzept? Habt ihr es vielleicht sogar schon umgesetzt? Erzählt mir von euren Meinungen und Erfahrungen!

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